Die König-Elf kassiert gegen eine abgeklärte Reserve der Freien Turner vier Gegentreffer.

Wolfenbüttel. Couragierte Leistung, trotzdem hoch verloren: Die Bezirksliga-Fußballer des BV Germania Wolfenbüttel zahlten gegen einen clever aufspielenden Tabellenführer Lehrgeld.

FT Braunschweig II - BV Germania Wolfenbüttel 4:0 (1:0). Tore: 1:0 (12.), 2:0 (63.), 3:0 (70.), 4:0 (85.).

Vor Anpfiff der Partie mussten auf dem mit Schnee bedeckten, rutschigen Kunstrasenplatz die Linien freigeräumt werden. "Es war schon grenzwertig, aber beide Teams sind damit gut zurechtgekommen", meinte BVG-Trainer Bert König.

Er schickte seine Elf in einem 4-3-3-System aufs Spielfeld und ließ seine Akteure den Gegner früh pressen. Überraschend: Wolfenbüttels zweitbester Torschütze Judi Hamko saß zu Beginn nur auf der Bank. Laut König hatte dies taktische Gründe: "Wir haben beim Sieg gegen BSC Acosta gute Erfahrungen mit einem Zielspieler vorne gemacht. Das hat mit Clemens Schmidt gut funktioniert."

Die Turner präsentierten sich allerdings im Stile einer Spitzenmannschaft. Eckball auf den zweiten Pfosten, Ablage in die Mitte, 1:0-Führung nach nur 12 Minuten. "Das Gegentor fiel aus dem Nichts. Da waren wir nicht eng genug am Mann dran", haderte König. Insgesamt sah er in Hälfte eins trotzdem eine starke Leistung seiner Germanen, "auf Augenhöhe" mit dem Tabellenführer. Kurz nach dem ersten Gegentor hätte Viktor Losing dies fast mit dem Ausgleich belohnt, doch sein Kopfball strich knapp am Pfosten vorbei. Auch Jonas Klöppelt verzeichnete einige gute Abschlüsse.

Der BVG fand nach der Pause zunächst wieder gut in diese Partie. Erneut Klöppelt setzte etwa zehn Minuten nach Wiederanpfiff mit einem Distanzschuss die erste Duftmarke. Insgesamt fehlte Germania allerdings die Effektivität, wie König analysierte: "Wir haben es nicht geschafft, den letzten, entscheidenden Pass zu spielen." So blieb es bei Tormöglichkeiten, von denen Wolfenbüttel am Ende keine nutzen konnte.

Der Spitzenreiter dagegen machte zum richtigen Zeitpunkt Tore. Beim 2:0 griff Germania nicht energisch genug an, danach gingen die Köpfe runter. "Die Mentalität war nicht mehr da, wir haben nach diesem Gegentreffer nicht mehr an uns geglaubt", so König. Stattdessen nutzten die Freien Turner ihre Chancen noch zu zwei weiteren Treffern. Das Fazit des BVG-Trainers: "Insgesamt ist die Niederlage ein, zwei Tore zu hoch ausgefallen, aber verdient. Die Turner waren abgeklärter."

BVG:Menzel - Berger (71. Feldmann), Dettmer, Fahlbusch, Feder - Birkan, Losing, Kämpfer - Klöppelt (67. Hamko), C. Schmidt (67. Brandt), Y. Schmidt.



Quelle: Wolfenbütteler Zeitung - 11. Dezember 2017