Der Fußball-Bezirksligist schlägt Acosta II und schafft dadurch den Klassenerhalt.


Wolfenbüttel. Was für ein Nervenkitzel, was für eine Dramatik! Bis zwei Minuten vor Schluss war der BV Germania Wolfenbüttel aus der Fußball-Bezirksliga abgestiegen, da der FC Heeseberg und FC Pfeil Broistedt vorne lagen. Doch dann traf Clemens Schmidt zum erlösenden 2:1 und verwandelte den MKN-Sport-Park in ein Tollhaus.

Fußball-Bezirksliga: BV Germania Wolfenbüttel - BSC Acosta II 2:1 (0:1). Tore: 0:1 Thedering (26.), 1:1 Birkan (80., FE), 2:1 C. Schmidt (89.).

"Die Jungs waren aufgeregt", erklärte BVG-Trainer Bilal Kötüz, "und ich habe sie in der Kabine mit einem Schmunzeln empfangen." Es half, denn die Germanen starteten aktiv in die Partie, versuchten zumeist, den Ball flachzuhalten und kombinierten mitunter flüssig, auch wenn der letzte Pass oft nicht ankam oder die Blau-Gelben nach tollem Dribbling (Leander Kämpfer) zu früh den Abschluss suchten. Auffällig: Die offensive Dreierreihe Kämpfer - Zafer Birkan - Willi Brandt tauschte ständig die Positionen, um für Verwirrung zu sorgen.

In der 7. Minute hatte dann Jonas Klöppelt eine tolle Idee, als er mit einem traumhaften langen Ball den aus der Tiefe durchgestarteten Andy Saba fand, der aber freistehend vergab und sich darüber mächtig ärgerte. Dann stand es auf einmal 1:0 für die Elf von Trainer Uwe Stucki. Nach einem von Christoph Weihe verschuldeten Freistoß köpfte Markus Ecke völlig freistehend an die Unterkante der Latte, Kapitän Karsten Thedering staubte ab.

Fünf Minuten vor der Pause bot sich Klöppelt nach weitem Schlag von Abwehrspieler Maurice Bröer die Chance auf den Ausgleich, der Angreifer legte sich die Kugel mit einem Schlenker auf seinen starken rechten Fuß, feuerte aber genau auf Gästetorwart Alexander Fricke.

Kurz nach Wiederbeginn reagierte Kötüz erstmals, brachte Schmidt für Viktor Losing und veränderte das System (von 4-2-3-1 auf 4-1-4-1).

45 Minuten lang rannten die Lessingstädter an, während vom BSC gar keine Entlastung mehr kam. Nauras Khalid erzeugte mit seiner Schnelligkeit auf der rechten Seite viel Wirbel, knallte das Leder in der 78. Minute aber gegen den Pfosten. Besser machte es Kapitän Birkan, der seinen Elfer nervenstark hoch unter den Querbalken setzte.

Dann kam die entscheidende Situation: Im Anschluss an eine Ecke schien die Situation geklärt, Yannik Schmidt grätschte den Ball aber mit letztem Einsatz nach innen, wo Clemens Schmidt völlig blank stand. Der Rest war Ekstase pur.

BVG: Menzel - Berger, Bröer, Weihe, Himmstedt (71. Y. Schmidt) - Losing (50. C. Schmidt), Saba - Kämpfer, Birkan, Brandt (63. Khalid) - Klöppelt.

Quelle: Wolfenbütteler Zeitung - 18. Juni 2018