Mit einer Traumkombination entscheidet der MTV II das Stadtderby gegen Germania.

Leon Grabowski hatte das Ergebnis vorausgesagt. Der vor einer Woche am Knie operierte Stürmer der SG Roklum/Winnigstedt schaute sich das Fußball-Bezirksliga-Derby zwischen dem MTV Wolfenbüttel II und BV Germania Wolfenbüttel auf Krücken an und meinte in der Halbzeitpause: "Das geht 1:0 aus."

Genauso kam es. Gerade einmal vier Minuten waren im zweiten Abschnitt gespielt, als die MTV-Reserve die Partie mit einer Traumkombination entschied. Kapitän Christian Kaselowsky spielte Torjäger und Ex-Germane Florian Feldmann auf Lücke an, der das Spielgerät wunderbar mit einem Kontakt in den Lauf des schnellen Rechtsaußen Philipp Grötschel weiterleitete. Dessen Flanke verwertete Tahir Kaptantogrul per Kopf am Fünfer.

Genauso hatte es sich Trainer Rusgar Yusuf vorgestellt. "Ich habe den Jungs in der Kabine gesagt, dass sie das Spiel schnell machen und den direkten Ball in die Spitze spielen sollen", erklärte er kurz nach Abpfiff. Trotz des knappen Erfolgs, den die Fans mit dem Gesang "Die Nummer eins der Stadt sind wir!" feierten, war er nicht wirklich zufrieden: "Wir haben phasenweise sehr hektisch gespielt, es war zu viel Unordnung drin."

Auch BVG-Coach Bilal Kötüz sprach im Mannschaftskreis an, was ihm nicht gefallen hatte. "Ich will den Jungs keinen Vorwurf machen, wir haben es uns in der zweiten Halbzeit aber durch Passfehler im Spielaufbau selbst schwer gemacht. Außerdem hat uns vorne die Kreativität gefehlt", sagte Kötüz.

Vor 150 Zuschauern entwickelte sich auf dem Meesche-B-Platz unter Flutlicht von Beginn an eine rassige, temporeiche Begegnung, in der beide Mannschaften viel Engagement in den Zweikämpfen zeigten, aber selten unfair agierten.

Interessant zu beobachten, wie die Gastgeber, die im 4-2-3-1-System antraten, immer wieder rochierten. Mal gesellte sich Torben Reihers zu Feldmann in die Spitze, mal tat es Malik Ali. Der hatte auch die erste Chance in der 9. Minute, als er von Feldmann steilgeschickt wurde - Viktor Losing hatte das Leder nach einem Doppelpass mit Jannis Wöhler verloren. Zwei Minuten später kamen auch die Germanen erstmals gefährlich vor das Tor. Kamil Golkowski zog mit einem Antritt in die Mitte und sah den aufgerückten Rechtsverteidiger Wöhler, der mit seinem Abschluss aus spitzem Winkel an Sören Reihers scheiterte.

Sein Torwartkollege Niklas Pillasch war eine Minute vor dem Pausenpfiff schon geschlagen, als der neue Tabellenzweite eine Megachance liegenließ. Innenverteidiger Steffen Bischoff knallte die Kugel nach Alis Freistoß freistehend aus zwei Metern an den Querbalken, den Abpraller nickte Marvin Stojahn in die Arme des BVG-Keepers.

Fraglich, ob Kaptantogrul nach Diagonalball von Mustafa Cakir im Abseits stand (27.). Letztlich konnte es der Yusuf-Elf egal sein, auch, dass sie weitere tolle Einschussgelegenheiten vergab - etwa durch Feldmann, der, statt auf den besser postierten Ali querzulegen, den Außenpfosten traf (36.). Kötüz räumte ein, dass es aufgrund des Chancenplus' ein verdienter MTV-Sieg war.

Quelle: Wolfenbütteler Zeitung - 19. Oktober 2018